Die Rufnummermitnahme – auch Portierung genannt – erlaubt dir, beim Anbieterwechsel deine aktuelle Handynummer einfach zum neuen Anbieter mitzunehmen.
Klingt simpel, hat aber ein paar Regeln, Fristen und Fallstricke, die du vorher kennen solltest. Genau deshalb bist du vermutlich auf diesen Artikel gestoßen.
Hier erkläre ich dir alles: wann du portieren kannst, was es kostet, was ein Opt-In ist, wann es nicht klappt – und was die großen Anbieter dazu konkret machen.
Was ist die Rufnummernmitnahme und wie funktioniert sie?
Bei einem Anbieterwechsel bekommst du normalerweise eine neue Rufnummer zugeteilt. Die Rufnummernmitnahme verhindert genau das: Du sagst deinem neuen Anbieter beim Vertragsabschluss, dass du deine alte Nummer behalten möchtest – und der kümmert sich dann mit deinem alten Anbieter darum, dass die Nummer zm neuen Handyvertrag „umgezogen” wird.
Diesen Vorgang nennt man Portierung.
Technisch läuft das über die Bundesnetzagentur, die den gesamten Prozess reguliert und sicherstellt, dass Anbieter die Portierung nicht verzögern oder blockieren dürfen. Du als Kunde musst dabei eigentlich nicht viel tun – außer die richtigen Angaben zu machen und die Fristen im Blick zu haben.
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Das Wichtigste auf einen Blick
Für alle, die’s schnell brauchen:
Die Rufnummernmitnahme ist seit Dezember 2021 grundsätzlich immer kostenlos.
Du kannst frühestens 120 Tage vor Vertragsende portieren. Hast du deinen Vertrag vergessen zu kündigen, geht die Portierung noch bis zu 30 Tage nach Vertragsende (manchmal sogar länger).
Die Nummer ist während der Übertragung in der Regel nur wenige Stunden nicht erreichbar.
Und nein – die Rufnummernmitnahme kündigt deinen alten Vertrag nicht automatisch.
Wie viele Tage vorher – und wie lange danach?
Du kannst deine Rufnummer frühestens 120 Tage (also knapp 4 Monate) vor dem offiziellen Vertragsende zum neuen Anbieter mitnehmen. Das macht Sinn wenn du weißt, dass du wechseln willst – dann kannst du früh alles in die Wege leiten und musst dich nicht kurz vor Schluss stressen.
Wichtig: Beantrage die Portierung lieber etwas früher als zu spät. Der Prozess kann zwischen 7 und 14 Tage dauern. Wer das zu knapp ansetzt, riskiert eine vorübergehende Zweitnummer beim neuen Anbieter bis die Portierung abgeschlossen ist.
Zu spät? Nachträgliche Portierung noch möglich
Dein Vertrag ist schon ausgelaufen und du hast die Portierung vergessen? Keine Panik. In den meisten Fällen kannst du deine Nummer noch bis zu 30 Tage nach Vertragsende mitnehmen – bei manchen Anbietern sogar bis zu 90 Tage. Ausnahmen gibt es aber: congstar zum Beispiel akzeptiert keine nachträgliche Portierung nach Vertragsende.
Hier gilt: immer direkt beim neuen Anbieter nachfragen.
Kann ich meine Rufnummer sofort mitnehmen?
Ja – wenn dein alter Vertrag bereits gekündigt ist oder ausgelaufen ist, kann die Portierung sehr schnell gehen. Manche Anbieter portieren innerhalb von 1–3 Werktagen. Ein „sofortiger” Wechsel am selben Tag ist technisch selten möglich, aber wenn du alles rechtzeitig beantragst, ist die Nummer oft schon innerhalb einer Woche aktiv beim neuen Anbieter.
So war das bei mir selbst auch immer.
Was kostet die Rufnummermitnahme?
Die kurze Antwort: Nichts. Seit Dezember 2021 ist die Rufnummernmitnahme in Deutschland per Gesetz immer kostenlos – egal zu welchem Anbieter, egal ob Prepaid oder Vertrag.
Was Kosten verursachen kann: ein interner Markenwechsel beim selben Anbieter. Wer zum Beispiel von handyvertrag.de zu sim.de wechselt (beides Drillisch), portiert seine Nummer technisch nicht – das ist ein Markenwechsel und kann bis zu 20 € kosten. Das ist aber die absolute Ausnahme, kein Regelfall.
Was cool ist: Einige Anbieter zahlen dir sogar einen Wechselbonus bei erfolgreicher Portierung – mehr dazu weiter unten.
Was ist ein Opt-In – und wann brauche ich ihn?
Der Begriff „Opt-In” klingt technischer als er ist. Er bedeutet nichts anderes als: du teilst deinem aktuellen Anbieter offiziell mit, dass du deine Rufnummer zu einem anderen Anbieter mitnehmen möchtest – und gibst damit quasi deine Zustimmung zur Freigabe der Nummer.
Den Opt-In brauchst du nur dann, wenn dein Vertrag noch nicht gekündigt ist. Hast du die Kündigung bereits eingereicht, ist der Opt-In nicht nötig – die Freigabe der Nummer ist dann automatisch Teil des Kündigungsprozesses. Die meisten Anbieter ermöglichen das Setzen des Opt-In online im Kundenportal oder per Anruf beim Support.
Wann ist die Rufnummermitnahme nicht möglich?
Es gibt einige Situationen, in denen die Portierung nicht funktioniert:
Gleicher Anbieter: Du kannst deine Nummer nicht innerhalb desselben Anbieters „portieren”. Von Telekom zu Telekom geht nicht – das wäre kein Anbieterwechsel.
Datentarif ohne Rufnummer: Reine Datentarife (z.B. für Tablets oder Router) haben keine zugeordnete Rufnummer – hier gibt es also nichts zu portieren.
Falsche Kundendaten: Einer der häufigsten Fehler. Die Daten beim alten und neuen Anbieter müssen übereinstimmen – vor allem Name und Adresse. Wer umgezogen ist und das dem alten Anbieter nicht mitgeteilt hat, riskiert einen fehlgeschlagenen Portierungsversuch.
Frist verpasst: Wenn die 30-Tage-Frist nach Vertragsende abgelaufen ist (und der Anbieter keine längere Frist bietet), ist die Nummer weg.
Festnetznummer zu Mobilfunk: Festnetznummern lassen sich nicht zu Mobilfunkanbietern portieren – nur innerhalb derselben Nummernart.
Wie lange bin ich nicht erreichbar?
Das ist eine der meistgestellten Fragen – und die gute Nachricht: meist nur wenige Stunden. Der eigentliche Umschaltmoment passiert meistens nachts oder früh morgens. Viele Nutzer berichten, dass sie am Morgen des Portierungsdatums kurz nicht erreichbar waren und die neue SIM dann ab Mittag problemlos lief.
Im schlechtesten Fall kann es bei Komplikationen einen vollen Werktag dauern. Plane die Portierung deshalb nicht auf einen Tag, an dem du absolut erreichbar sein musst. Außerdem sind wir mal ehrlich…du bist höchstwahrscheinlich nicht der Kanzler und kannst auch mal einpaar Stunden nicht erreichbar sein…
Wann SIM-Karte aktivieren bei Rufnummernmitnahme?
Die neue SIM-Karte vom neuen Anbieter solltest du schon vor dem eigentlichen Portierungsdatum aktivieren – aber noch mit der neuen, vorläufigen Nummer. Viele Anbieter schicken dir die SIM vorab zu und du aktivierst sie, damit das Profil technisch bereit ist. Am Tag der Portierung schaltet der Anbieter dann deine alte Rufnummer auf diese SIM um. Du musst dabei nichts weiter tun – in der Regel läuft das automatisch.
Wird durch die Rufnummernmitnahme der alte Vertrag gekündigt?
Nein – das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Die Rufnummernmitnahme und die Kündigung deines alten Vertrags sind zwei voneinander getrennte Vorgänge. Wer portiert, ohne zu kündigen, zahlt im schlimmsten Fall weiter beim alten Anbieter – auch wenn die Nummer längst weg ist.
Manche Anbieter verknüpfen den Portierungsantrag automatisch mit einer Kündigung, wenn du das beim Beantragen entsprechend auswählst – aber das ist keine Selbstverständlichkeit. Nutze zum Kündigen unseren Kündigungshelfer.
Im Zweifel: Kündigung separat einreichen und schriftliche Bestätigung aufbewahren.
Wo muss ich die Rufnummermitnahme beantragen?
Die Portierung wird immer beim neuen Anbieter beantragt – nicht beim alten. Wenn du also zu O2 wechselst, teilst du O2 beim Vertragsabschluss mit, dass du deine Nummer mitnehmen möchtest, und gibst deine alte Rufnummer sowie Kundendaten an. Der neue Anbieter kümmert sich dann um alles Weitere mit dem alten Anbieter.
Je nach Anbieter geht das online, per App oder beim Abschluss im Shop.
Dein alter Anbieter muss die Portierung akzeptieren – er darf sie nicht blockieren oder verzögern. Aber das regelt wie bereits erwähnt die Bundesnetzagentur.
Rufnummernmitnahme bei den großen Anbietern
Hier findest du die wichtigsten Infos zur Portierung kurz und knapp für alle relevanten Anbieter – damit du weißt, was dich wo erwartet. Nach und nach werden wir zu jedem der Anbieter einen eigenen Beitrag und ein Video mit genauer Anleitung machen.
blau – Rufnummernmitnahme
Bei blau.de (O2-Netz) funktioniert die Rufnummernmitnahme komplett online über das Kundenportal. Beim Vertragsabschluss direkt angeben, dass du deine Nummer mitnehmen willst – blau kümmert sich dann um die Portierung. Die Dauer liegt typischerweise bei 3–7 Werktagen.
Vodafone – Rufnummernmitnahme
Vodafone ermöglicht die Portierung bei Vertragsabschluss online, per App (MeinVodafone) oder im Shop. Für die Freigabe deiner Nummer beim alten Anbieter kannst du den Opt-In online über das Vodafone-Portal setzen. Die Portierungsdauer beträgt in der Regel 3–5 Werktage. Bei bestimmten Aktionen bietet Vodafone auch einen Wechselbonus bei erfolgreicher Rufnummernmitnahme.
Unsere Übersicht der aktuellen Vodafone Prepaid-Tarife und CallYa-Angebote findest du hier.
Telekom – Rufnummernmitnahme
Bei der Telekom wird die Portierung beim Neuvertrag oder beim Wechsel in die Tarife direkt online oder im Telekom-Shop beantragt. Die Telekom ist bekannt dafür, dass die Portierung meist reibungslos und innerhalb von 3–5 Werktagen abläuft. Wichtig: Die Rufnummernmitnahme von einem anderen Anbieter zur Telekom ist problemlos möglich – von Telekom zu Telekom (z.B. Tarifwechsel intern) gilt das nicht als Portierung.
O2 – Rufnummernmitnahme
O2 bearbeitet Portierungsanträge online, per App oder telefonisch. Bei bestimmten Aktionen zahlt O2 bis zu 100 € Bonus bei erfolgreicher Rufnummernmitnahme – einer der höchsten Wechselboni auf dem Markt. Die Portierungsdauer liegt bei 3–7 Werktagen. Wer von einem Drillisch-Anbieter (z.B. WinSIM, sim.de) zu O2 direkt wechselt: Das ist kein interner Wechsel und funktioniert als echte Portierung.
Aldi Talk – Rufnummernmitnahme
Aldi Talk (E-Plus/O2-Netz) ermöglicht die Portierung über das Online-Kundenportal oder beim Kauf einer neuen SIM. Beim Aktivierungsprozess gibst du einfach an, dass du eine Rufnummer mitnehmen willst, und trägst die alte Nummer sowie Anbieter ein. Die Dauer beträgt meistens 5–10 Werktage – etwas länger als bei manchen anderen Anbietern.
freenet – Rufnummernmitnahme
freenet ist ein Serviceanbieter (kein eigenes Netz) und bietet Tarife in allen drei deutschen Netzen an. Die Portierung wird beim Vertragsabschluss über freenet.de beantragt oder nachträglich über den Kundenservice. Wer seine Nummer von freenet zu einem anderen Anbieter mitnehmen will, benötigt unter Umständen eine Portierungserklärung – diese gibt es als PDF zum Download im Kundenbereich oder kann beim freenet-Support angefordert werden.
Der Opt-In lässt sich ebenfalls online im Kundenkonto setzen.
congstar – Rufnummernmitnahme
congstar (Telekom-Netz) bearbeitet Portierungen online oder per App.
Besonderheit: congstar akzeptiert keine nachträgliche Portierung nach Vertragsabschluss – wer die Frist verpasst, verliert die Nummer.
Alle aktuellen congstar Prepaid-Tarife im Überblick findest du hier.
Unter Congstar Rufnummermitnahme findest du eine genauere Beschreibung zu der Thematik.
Lidl Connect – Rufnummernmitnahme
Lidl Connect (Vodafone-Netz) ermöglicht die Portierung beim Aktivieren der neuen SIM-Karte über das Online-Portal. Wer von Lidl Connect zu einem anderen Anbieter wechseln will, beantragt die Mitnahme beim neuen Anbieter – Lidl Connect muss die Freigabe dann erteilen. Fristen und Dauer entsprechen dem Vodafone-Netz-Standard.
otelo – Rufnummernmitnahme
otelo (Vodafone-Netz, Discount-Marke) bietet bei Portierung einen Bonus an – früher waren das 10 €, aktuelle Konditionen direkt bei otelo prüfen. Die Portierung läuft online beim Vertragsabschluss und dauert ca. 3–7 Werktage.
klarmobil – Rufnummernmitnahme
klarmobil bietet Tarife in allen Netzen und die Portierung läuft beim Vertragsabschluss online. Besonderheit: klarmobil zahlt bei manchen Tarifen einen Rufnummernmitnahme-Bonus.
Alle Details dazu haben wir in unserem eigenen Artikel zusammengefasst: klarmobil Rufnummernmitnahme Bonus – was gibt’s und wie beantragen?
fraenk – Rufnummernmitnahme
fraenk (Telekom-Netz, congstar-Tochter) ist ein komplett digitaler Anbieter ohne Hotline. Die Portierung wird ausschließlich über die fraenk-App beantragt. Das funktioniert in der Praxis gut, braucht aber etwas Geduld – bis zu 7 Werktage sollte man einplanen. Da fraenk nur per App erreichbar ist, bei Problemen früh melden.
Wechselbonus bei Rufnummernmitnahme – was gibt’s?
Ja, viele Anbieter zahlen dir echtes Geld dafür, dass du mit deiner Nummer zu ihnen wechselst. Das nennt sich Wechsel- oder Portierungsbonus und ist seit 2021 eine beliebte Marketingmaßnahme, weil die Portierung selbst ja nichts mehr kosten darf.
Die Spanne reicht von 10 € (z.B. otelo) bis zu 150 € bei O2-Aktionen. Diese Boni werden meistens nach 2–3 Monaten aktiver Vertragslaufzeit ausgezahlt – also nicht sofort, aber trotzdem echtes Geld.
Wichtig: Schau dir immer den Gesamteffektivpreis des Tarifs an und nicht nur den Bonus. Ein 100-€-Bonus klingt toll, macht aber keinen schlechten Tarif zum guten Deal.
Fazit: Rufnummernmitnahme ist einfach – wenn man die Regeln kennt
Die Rufnummernmitnahme ist heute kein großes Hindernis mehr beim Anbieterwechsel. Sie ist kostenlos, gut reguliert und geht in den meisten Fällen reibungslos über die Bühne. Die häufigsten Fehler passieren durch falsche Kundendaten, verpasste Fristen oder die Verwechslung von Portierung und Kündigung.
Merke dir: Kündigung und Portierung sind getrennte Schritte – beides muss aktiv angestoßen werden. Frühzeitig beantragen, Daten checken, neue SIM vorab aktivieren – dann klappt’s.
Und wenn du beim Wechsel gleichzeitig den besten monatlich kündbaren Tarif suchst: hier findest du unsere aktuelle Empfehlung.

